Unternehmen, bilanzierende Freiberufler und Landwirte müssen ihre Bilanz und GuV elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Diese Verpflichtung besteht unabhängig von Rechtsform und Größenklasse.

Das Bundesfinanzministerium hat einen für die elektronische Übermittlung amtlich vorgeschriebenen Datensatz bekanntgegeben. Das für steuerliche Zwecke angepasste Datenschema basiert auf der aktuellen Taxonomie des Handelsgesetzbuchs. Struktur und Gliederungstiefe sind verbindlich vorgegeben. Der verwendete Kontenrahmen ist an diese Anforderungen sinnvollerweise anzupassen, um eine Zweigleisigkeit der Buchführung zu vermeiden.

Im Zusammenhang mit der laufenden Buchhaltung und der Jahresabschlusserstellung ist anzumerken, dass der Differenzierungsgrad der vorgesehenen Taxonomie extrem hoch ist und die Gliederungsvorgaben des HGB deutlich übersteigt. Des Weiteren besteht keine Möglichkeit von individuellen Taxonomieerweiterungen. Ein Abweichen vom Standardschema ist nicht möglich. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ergeben sich damit ein ungerechtfertigter Mehraufwand und ein massiver Eingriff ins Buchungsverhalten.

Bei genauer Betrachtung kann man schnell den Eindruck bekommen, dass die E-Bilanz, die zwecks Abbaus der Steuerbürokratie für Unternehmer entwickelt wurde, im Wesentlichen der Finanzverwaltung Vorteile verschafft. Mit der elektronischen Datenübermittlung ist es ein Leichtes, unmittelbar zum Zeitpunkt der Übermittlung automatische Datenabgleiche (z.B. Branchen oder Vorjahresvergleiche) sowie Plausibilitäts- und Kalkulationskontrollen von Bilanzdaten in Gang zu setzen. Ein automatischer Alarm sorgt dann bei Auffälligkeiten oder Ungereimtheiten dafür, dass der Finanzbeamte einen entsprechenden Hinweis zu den relevanten Bereichen erhält, die er dann einer Detailprüfung unterziehen kann. Im Vergleich zur Bilanz in Papierform ist im Rahmen der E-Bilanz also ohne viel Zusatzaufwand eine Prüfung auf Herz und Nieren möglich.